Kunst Kritik

Die Passionen alter und junger Fashionfans

Lexikon | NS | aus FALTER 17/16 vom 27.04.2016

Als das Mak in den letzten Jahren seine riesige Sammlung an Gebrauchsgrafik -also die ephemeren Schriftsorten -digitalisierte, wurde klar, dass darunter auch ein toller Stock an Modedarstellungen seit dem 16. Jahrhundert vorhanden ist. Höhepunkte dieses über 5000 Objekte zählenden Fundus sind derzeit in der Schau "Mode-Utopien. Haute Couture in der Grafik" im Kunstblättersaal des Museum ausgestellt.

Die tolle Revue an modischen Extravaganzen und der Prunksucht vergangener Epochen führt zum Beispiel zum Adelsgeschlecht der Khevenmüller, die in ihrer Familienchronik von 1625 in prachtvollen Gewändern vor ihren Anwesen dargestellt werden. Die modische Extravaganz adeliger Herrenmode kannte wenig Grenzen: In exzentrischen Rüstungen, Pumphosen und Hütchen ließen sich bayrische Aristokraten porträtieren. Die Schau zeigt auch frühe Modezeitschriften und führt bis zur Modeabteilung der Wiener Werkstätte, die ihren eigenen Weg abseits Pariser Trends erprobte.

Ein zeitökonomischer Ratschlag: Die historischen Modepfade lassen sich gut parallel zur Vernissage der Schau "Robert La Roche. Personal View" am kommenden Dienstag betreten. Der ab den 1970er-Jahren international erfolgreiche österreichische Brillendesigner wird in der Schau für seine tollen Fassungen und Werbekampagnen (etwa mit Austro-Model Cordula Reyer, siehe Foto) gewürdigt. Die Schau gibt auch Einblick in den Produktionsprozess der Kultbrillen.

Der autodidaktische Brillenentwerfer verkaufte die von ihm aufgebaute Marke zwar bereits 1999, hat aber jetzt dem Mak eine große Auswahl seiner mit Nummern betitelten Modelle geschenkt. Stars wie Andy Warhol, Yoko Ono oder Meryl Streep setzten sich La Roches Kreationen gerne auf, heute sind seine Brillen bei Vintagehändlern gefragt.

Mak, Di 19.00, bis 4.9. bzw. 25.9.


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