Kolumne Außenpolitik

Wirtschaftskrise und rechte Revanchegelüste gegen Rousseff

Falter & Meinung | RAIMUND LÖW | aus FALTER 17/16 vom 27.04.2016

Bill Clinton hat 1998 das Impeachment überstanden. Die Welt stand im Bann des Spektakels einer Supermacht, die Spermaspuren auf dem Kleid einer Praktikantin zur Staatskrise machte. Im Machtrausch missbrauchten die Republikaner die Verfassung, die einen Schutz gegen diktatorische Versuchungen im Präsidialsystem vorsah. Wenig später genierte sich halb Amerika für das verrückte Intermezzo. Das politische System war stark genug zur Selbstkorrektur. Bill Clinton, der 42. Präsident der Vereinigten Staaten, erscheint im Rückblick so erfolgreich, dass 2016 auch Hillary Clinton darauf aufbauen kann.

Beim Amtsenthebungsverfahren gegen Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff steht die Lebensfähigkeit der größten Demokratie Lateinamerikas auf dem Prüfstand. Der formale Anlass ist so lächerlich wie einst die Affäre Lewinsky in den USA: Rousseff hat, wie das so üblich ist, die Budgetzahlen frisiert. Tatsächlich erschüttert ein gigantischer Korruptionsskandal rund um den staatlichen Ölkonzern


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