Kommentar Familie

Kinderbetreuung: Das Ergebnis einer falschen Rechnung

SIBYLLE HAMANN | Falter & Meinung | aus FALTER 17/16 vom 27.04.2016

Kinderbetreuung am Land ist teuer. So weit stimmt die Diagnose aus Falter 15/16. Allerdings wurde sie anhand einer Rechnung erstellt, die nicht aufgeht. Deshalb hier eine Korrektur.

Man hört die Rechnung in Österreich häufig. Sie geht so: Ein Vater verdient (in Vollzeit) 2000 Euro, die Mutter (halbtags) 800 Euro. Der Kindergarten kostet 400 Euro. Weil von ihrem Verdienst dann bloß 400 Euro übrigblieben, bleibt sie lieber zu Hause. Denn Arbeiten "zahlt sich ja gar nicht aus".

Das erste Problem an dieser Rechnung ist der Automatismus, mit dem die Kinderbetreuungskosten automatisch mit dem Gehalt der Mutter gegengerechnet werden. Warum denn eigentlich? Weil das Kind nur einen Elternteil hat? Weil Vaters Geld ihm allein gehört? Weil Kinderbetreuung ureigene Aufgabe der Mutter ist? Logischer wäre doch eher, dass die 400 Euro vom Konto des Vaters abgehen - denn sie leistet "ihre" Hälfte ja ohnehin in natura, indem sie ihre Arbeitszeit zugunsten der Kinderbetreuung reduziert. Und schon schaut

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