Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Rosé aus Wien

Der König von Döbling hat jetzt ein feines Fräulein

Stadtleben | BT | aus FALTER 17/16 vom 27.04.2016

Ein Rosé aus Wien? Warum nicht. Es muss ja nicht immer das Paradegetränk der Wiener Weinrenaissance, der Gemischte Satz, sein. Der Rosé gilt als Frauensommergetränk, weswegen Hans Schmid das jüngste Produkt seines Weingutes "Mayer am Pfarrplatz" "Fräulein Rosé von Döbling" nennt. "König Döbling" nannte der Falter den ehemaligen Werbeunternehmer und Winzer im Jahr 2007 in einem Porträt. Der König hat nun also auch ein Fräulein.

Auf dem Etikett schmunzelt einem eine spärlich verhüllte Wiener Schönheit mit reichlich Trauben in ihrer Hochsteckfrisur an. Kellermeisterin Barbara Wimmer und Geschäftsführer Gerhard J. Lobner haben einen sehr typischen Pfarrplatz-Wein kreiert.

Dezent lachsrosa, mit zarten Waldbeeren-und Ribiselaromen, mit knackiger Säure und feinem mineralischem Nachhall am Gaumen.

Dafür wurden ausgesuchte Pinot-Noir-Trauben aus den Schmid'schen Weingärten am Nussberg Mitte September geerntet und mit önologischem Know-how aus Aix-en-Provence verarbeitet. Das schmeckt man. Sehr französisch kann man sich das Fräulein Rosé von Döbling gut als ideale Begleiterin zu einem Wiener Sommerabendauftakt vorstellen, eisgekühlt natürlich. Es soll nicht wenige Wienerinnen geben, die trinken ihren Rosé am liebsten den ganzen Abend hindurch, von der Vorspeise bis zum Dessert. Jetzt haben sie einen lokalpatriotischen Grund dazu.

Rezensierte Getränke wurden der Redaktion fallweise umsonst zur Verfügung gestellt


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