Avantgarde für alle

Wie Tomas Zierhofer-Kin als Leiter des Donaufestivals der Kremser Provinz die Provinzialität austrieb


BILANZ: SEBASTIAN FASTHUBER

Feuilleton, FALTER 17/16 vom 27.04.2016

An den kommenden beiden Wochenenden findet das Donaufestival zum letzten Mal unter der Leitung von Tomas Zierhofer-Kin statt. Zwölf Jahre war er in Krems Chef. Es kommt einem sogar vor, als hätte seine Ära länger gedauert. Zierhofer-Kins Ansatz funktionierte so gut, dass er selbst zu einer Institution wurde.

Das Donaufestival ist eine Mischung aus avancierter Musik von den Rändern der Popmusik, neuen Theaterformen und Performances, die hohen Gegenwartsbezug und utopisches Potenzial verschränken. Das wirkt längst ganz selbstverständlich. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, selbst wenn es um künstlerische Darbietungen geht, die das Gewohnte infrage stellen. In Käfigen ausgestellte Randgruppen waren zum Beispiel darunter, und sehr viel extreme Musik.

Es lässt sich gelassen feststellen: Krems ist hipper und edgier als Wien, zumindest Ende April und Anfang Mai. Doch es ist gar nicht so lange her, dass da, wo in den letzten Jahren legendäre Musiker wie Sonic Youth, Aphex Twin, Throbbing

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