Kabarett Kritik

Atmen verboten: Ein Kindheitstrauma

Lexikon | VALERIE KATTENFELD | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

Bernhard Lentsch hat eine traumatische Kindheit hinter sich: Wer am Esstisch beim Atmen erwischt wurde, fand auf seinem Kopfpolster einen Brief mit Strafanweisungen. Für sein Programm "Atmen" hat Lentsch ein interessantes Thema in eine maue Rahmenhandlung gesetzt. Verdonnert zu einem Atemseminar sinniert der Grünlilienmörder (Tatwaffe: Zellophan) über Supermarkt-Odysseen, Ex-Freundinnen und Bürojobs. Worauf es aber ankommt, sagt er, ist, woran man abends beim Einschlafen denkt. Die Pointen bleiben milde, dennoch sammelt Lentsch Sympathiepunkte. Seine Stärke liegt in der Interaktion mit dem Publikum, etwa wenn er spontan auf Kommentare reagiert oder das richtige Timing beim Lachen übt.

Kulisse, Sa 20.00


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