Verwildertes Weltfeldleuchten

New-Wave-Artist und meditativer Naturforscher: zum Tod des Künstlers Gunter Damisch

Feuilleton | NACHRUF: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

Der Künstler Gunter Damisch starb am letzten Samstag an den Folgen eines Krebsleidens. Damisch gehört zu jenen Malern der 1980er-Jahre, die bereits in jungen Jahren vom Kunstmarktboom profitierten. Er führte die frühe, der primitivistischen Punk-Ästhetik verwandte Bildsprache in eine meditative Richtung. Typisch für ihn sind grobe, an Baumrinden erinnernde Oberflächen, aus denen Schlangenlinien und sternförmige Flecken sickern.

Der Künstler fand die Vorlagen für seine Bildwerke in der Natur - von wuchernden Algen bis zum nächtlichen Sternenhimmel. Damisch siedelte seine Kunst an der Schnittstelle zwischen Außen-und Innenwelt an. Bildtitel wie "Nächtliches Weltfeldleuchten" oder "Rotfeldwegverschlingung" zeigen ihn als Poeten, der seine rätselhaften Kompositionen einer romantischen Deutung öffnete.

Gunter Damisch stammte aus einer bürgerlichen oberösterreichischen Familie. Er studierte in Wien an der Akademie der bildenden Künste, wo Maximilian Melcher für ihn zur prägenden


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige