Sport Glosse

Nicht der Titel ist das Ziel, sondern die Erinnerung von unterwegs

Stadtleben | Johann Skocek | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

Die Mannschaft Österreichs bei der Euro 2008 war irgendwie lauwarm. Auch im Nachhinein fällt es schwer, eine Beziehung zu ihr aufzubringen. Ivica Vastic, heute Trainer von Mattersburg, schoss das einzige Tor, einen Elfer gegen Polen in der Nachspielzeit (1:1). Das einzige Tor, der einzige Punkt in den drei Gruppenspielen. Sonst 0:1, gegen Kroatien und Deutschland. Von der Elf damals kicken Sebastian Prödl, György Garics und Martin Harnik noch im Nationalteam mit. Die 2008er hatten keinen Star, keinen Chef, keinen guten Stürmer, einen mediokren Tormann (Jürgen Macho). Trainer Josef Hickersberger tat sich schwer mit der Aufstellung. Bei einigen Männern wundert man sich heute, was sie dort verloren hatten: Gercaliu, Säumel, Standfest, Linz, Aufhauser -alle vergessen. Das größte Talent war ein kleiner Stürmer, Ümit Korkmaz, Rapidler, mit super Übersteigern und Schmäh. Kaum in Frankfurt, verletzte er sich schwer, die Karriere, die ihm zugestanden wäre, hat er nicht geschafft. Heute spielt er bei einem obskuren Erstligisten im Nordosten der Türkei. Auch wenn wir heuer in Frankreich nicht Europameister werden, ein paar Erinnerungen sollten wenigstens überbleiben. Für die kalten und alten Tage.


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