Wieder gelesen

Bücher, entstaubt

Politik | JS | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

Zurück in die traurige Zukunft

Paul Blau (1915-2005) war sein Leben lang eine Art Gewissen der österreichischen Sozialdemokratie. Im Zweiten Weltkrieg diente er, ein "Halbjude", in der Wehrmacht und nach seiner Entlassung 1940 im Widerstand gegen das Nazi-Regime. Später arbeitete er unter anderem als Chefredakteur des SPÖ-Parteiblattes Arbeiter-Zeitung (1889-1989) und als Direktor des Instituts für Gesellschaftspolitik. Er und seine zweite Frau, Freda Meissner-Blau, bildeten als Friedens-und Umweltaktivisten ein streitbares, redliches, intellektuelles Paar. In diesem Buch wettert er gegen die Anbiederung der Sozialisten an Neoliberalismus, Neue Rechte, Atomkraft, Schlampigkeit im Umgang mit der Geschichte und Korruption. Er liefert Anekdoten, unter anderem über Bundeskanzler Bruno Kreisky, seine Warnung vor dem Werteverfall der Partei und der Barbarisierung der Gesellschaft ist in bestürzendem Ausmaß gültig.

Paul Blau: Das Erbe verschleudert, die Zukunft verspielt - 100 Jahre Arbeiterbewegung. Kremayr & Scheriau, 1999,224 S., erhältlich in Antiquariaten


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