Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Werner, der Kurs stimmt! Wir wüssten nur gern, welcher

Falter & Meinung | VON ARMIN THURNHER | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

Wen hat der 1. Mai in Wien wirklich überrascht? Das letzte Mal, dass Unruhestifter die Selbstfeier der Sozialdemokratie durcheinanderbrachten, war 1968. Linke VSStÖ-Mitglieder, unter ihnen Bruno Aigner, später jahrzehntelang Mitarbeiter Heinz Fischers, demonstrierten unter dem Motto "Mehr Sozialismus, weniger Blasmusik" gegen das Parteiestablishment, vor allem gegen den Wiener Bürgermeister Bruno Marek. Es gab Verhaftungen, zahlreiche linke Studenten traten danach aus der SPÖ aus.

Werner Faymann hätte sich über mehr Blasmusik wahrscheinlich gefreut. Verhaftungen waren hingegen nicht nötig. Die Rücktrittsaufforderungen waren deutlich genug. "Volkszorn trifft Faymann voll", hätte die Kronen Zeitung getitelt, wäre ein anderer das Ziel des Unmuts gewesen. Aber so? In kleinen Lettern: "Pfeifkonzert bei Wiener Maiaufmarsch", in großen: "Kanzler bleibt bei hartem Asylkurs". Die Medienmacht ist noch mit ihm.

Michael Häupl jedoch, der Königsmacher und -entmacher aus Wien, sprach die


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