Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | FLORIAN KLENK | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

Würde ich Barbara Tóth nicht seit Jugendtagen kennen, hätte ich vielleicht nie zum Journalismus gefunden. Wir besuchten die gleiche Schule und wir gaben gemeinsam eine Schülerzeitung heraus, sie ist Gott sei Dank vergriffen. Tóth war schon damals stilsicheres Vorbild, ich hingegen griff mit groben Worten den faschistoiden Turnlehrer an. Nach der Schule trennten sich unsere Wege, wir absolvierten zwar den Profil-Redaktionslehrgang, aber Barbara schrieb für Profil, News und Format und kurz für die Berliner Seiten der FAZ.

Vor acht Jahren hatte der Falter dann unheimliches Glück: Tóth sagte dem Standard, für den sie damals schrieb, Adieu und heuerte beim Falter an. Hier hatte sie endlich jenen Platz, den ihre Texte verdienen, und sie hatte jenen redaktionellen Freiraum, der gute Reportagen möglich macht. Bald schon bekam sie den Leopold-Ungar-Preis, in ihrer Freizeit verfasste sie Bücher über Karl Schwarzenberg, Franz Küberl, Margit Fischer und mit Hubertus Czernin eines über Waldheim. Sie dissertierte in Geschichte und schupft neben ihrer Arbeit als politische Redakteurin auch noch die Ressorts Stadtleben und Landleben.

Warum ich das erzähle? Weil Tóth für ihr schillerndes journalistisches Werk ausgezeichnet wurde, und zwar mit dem Kurt-Vorhofer-Preis für innenpolitischen Journalismus, dem höchsten Preis des Landes. Sie habe, so die Jury, "journalistische Glanzpunkte gesetzt. Mit klaren Positionen bewies sie stets kritische Distanz in der Sache und hohes Differenzierungsvermögen". Ja, so was macht uns hier beim Falter stolz. Große Verbeugung!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige