Pressekolumne

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Medien | NINA HORACZEK | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

Harte Kost zum Frühstückskaffee: In der Printausgabe des Standard vergangenen Montag schrieb der frühere Chefredakteur Gerfried Sperl über die Gewerkschaft und die Arbeiterkammer: "Sie verhindern ja auch seit vielen Monaten gemeinsam mit der FPÖ, dass Asylwerber beschäftigt werden und damit einer sinnvollen Arbeit nachgehen können." So weit ganz richtig, die Conclusio daraus ist aber - vorsichtig ausgedrückt -mehr als gewagt. "An den (auch sexuellen) Übergriffen der letzten Zeit tragen ÖGB und Arbeiterkammer somit eine Mitschuld", schrieb Sperl. Die Begründung: "Im Arbeitsprozess können junge Männer nicht, wie auch in den Medien kritisiert wird,,herumlungern und auf blöde Gedanken kommen'."

Der Arbeitslose, ein notgeiles, triebgesteuertes Wesen?

Nur bis zur Mittagszeit. Da entschärfte der Standard die Passage in seiner Online-Ausgabe auf "An Kriminalität von Asylwerbern haben ÖGB und Arbeiterkammer somit eine Mitverantwortung". Eine derart verquere Idee, dass der ÖGB Mitschuld an Vergewaltigungen trägt, war anscheinend auch der Standard-Redaktion zu daneben.


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