Landrand Ruralismus

Fix sakra, was ist das für ein Gepolter?

Landleben | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

Bitte, wie spät ist es? Finster jedenfalls, und im Stockwerk drunter pumpert jemand die ganze Zeit gegen die Tür. Man hört Murmeln und Rufen.

Lärm steht auf der Liste der nervigsten Dinge an Nachbarn ganz weit oben, ebenso wie herumliegendes Gerümpel und Gestank. Ungern haben die Leute auch lautes Herumrotzen und wenn die Mitbewohner sie durch den Vorhangspalt beobachten.

Jede/r Vierte fühlt sich manchmal von den Nachbarn gestört. Gleichzeitig möchte mehr als ein Drittel aller Österreicher seine Nachbarn besser kennenlernen. Die Wiener plagt die Anonymität am meisten, aber auch die Welser und Grazer wünschen sich mehr Kontakt. Vielleicht hilft da das soziale Netzwerk FragNebenan. 30.000 Wiener nutzen es schon, um Werkzeug auszuborgen oder Elterngruppen zu bilden. Ab Mai gibt's FragNebenan auch für Graz und Leoben, andere Bundesländer sollen folgen.

Der polternde Kerl in der Nacht hatte übrigens seinen Schlüssel verloren. Da niemand öffnete, wollte er heimklettern - und stand dann schwankend auf dem Balkon der Nachbarin. In so einer Lage schadet es nicht, wenn man sich online schon ein wenig bekannt gemacht hat.


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