Ohren auf Klassik

Symphonischer Besuch aus Pittsburgh

Feuilleton | MIRIAM DAMEV | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

Vor 120 Jahren gründete der Stahltycoon und Mäzen Andrew Carnegie das Pittsburgh Symphony Orchestra. Heute zählt der Klangkörper zu den besten weltweit. Nach Dirigentenpersönlichkeiten wie Otto Klemperer, André Previn oder Mariss Jansons steht seit 2008 der Österreicher Manfred Honeck als Musikdirektor an der Spitze des PSO. Im Mai gastiert es im Rahmen seiner Europa-Tournee an drei Abenden im Wiener Musikverein. Mit im Gepäck hat Honeck auch Tschaikowskis vierte, fünfte und sechste Symphonie, passend zum Album "Tschaikovsky & Dvořák" (Reference Recordings), das einen ausgezeichneten Vorgeschmack auf die mächtigen Klangwelten in der "Pathétique" gibt.

Zum Auftakt am 26. Mai musiziert Martin Grubinger mit den Pittsburghern ein Schlagzeugkonzert von Bruno Hartl. Eötvös' abgefahrenes, dem Multi-Percussionisten gewidmetes Konzert ist, neben Hommagen an die Geigerin Midori und den Cellisten Miklós Perényi (Solist: Jean-Guihen Queyras), auf dem dieser Tage erscheinenden Album "Péter Eötvös: DoReMi. Cellokonzert. Speaking Drums" (Alpha) zu hören. Eötvös schrieb für Grubinger einen wilden Reigen, in dem sich Sprache mit Musik vermischt (vom Sprech-Staccato bis zum archaischen Urschrei), dazu entfesseltes Hämmern, Schlagen und Trommeln auf Röhrenglocken, Xylophon oder einer Trommel. Kurz: eine Riesengaudi!

Spaß am Spiel hat auch Leonidas Kavakos. Auf "Virtuoso" (Decca) vereint er 15 zumeist sauschwere Virtuosenhits, von Sarasates "Caprices Basques" mit ihren Flageoletten, Trillern und Doppelgriffen über Elgars Staccato-Studie bis hin zu Paganinis Variationen über "God Save the King" im fliegenden Wechsel zwischen gezupfter und gestrichener Saite. Am 28. Mai interpretiert Kavakos gemeinsam mit dem PSO eines der schönsten Violinkonzerte überhaupt: Alban Bergs "Dem Andenken eines Engels".


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