Buch der Stunde

Frauen sollen Marathons laufen und fruchtbar sein

DOMINIKA MEINDL | Feuilleton | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

In einer besseren Gegenwart wäre derzeit Mutterschaft das große Thema. Reichten früher Abtreibungsplädoyers für den großen Tabubruch, mussten es unlängst schon Sibylle Lewitscharoffs unglückliche Retorten-"Halbwesen" sein. Aktuell erregt die Reue übers Muttersein.

Gertraud Klemm hingegen vermisste, unter autobiografischem Leidensdruck stehend, das Gegenteil: Texte über ungewollte Kinderlosigkeit. "Das Buch, das mich tröstet, muss ich mir wohl selber schreiben", heißt es im Roman "Muttergehäuse". Da kommt Skepsis auf: Ist das Buch Ergebnis einer Schreibtherapie?

Die Erzählerin, eine Biologin wie auch Klemm, versucht vergebens, schwanger zu werden. Sie sieht in der Fortpflanzung zwar nur eine "Art genetischen Juckreiz". Dennoch wird ihr Kinderwunsch schließlich so mächtig, dass sie jedes "Leben, das in Überdosen produziert wird", irritiert: "Algenwatten, Lauspölster, Mückenschwärme, Stadttauben".

In Klemms Literatur ist der Kampf gegen überkommene Rollenbilder zentral. Problemzone

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