Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Porer Pinot Grigio 2014

Ein tiefsinniger biodynamischer Pinot Grigio aus Südtirol

Stadtleben | BT | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

Wein und Kopfweh -für viele gehört das leider zusammen. Schuld daran können Sulfite, also Salze und Ester der Schwefligen Säure, sein, die im konventionellen Weinbau eingesetzt werden, um den Gärungsprozess zu steuern. Biodynamischer Wein entsteht auf natürlichere Weise. Auch hier wird Schwefel zugesetzt, aber wesentlich weniger. Wer sicher gehen will, mit möglichst wenig Sulfiten im Wein konfrontiert zu werden, vertraut auf Demeter-zertifizierte biologisch-dynamische Weingüter wie jenes des Südtiroler Bioweinpioniers Alois Lageder. Lageder ist es unter anderem zu verdanken, dass Südtirols Image als Produzent süffiger, günstiger Massenweine sich in den letzten Jahren gewandelt hat. Seine 50 Hektar Weingärten auf dem Magreider Schuttkegel liegen auf 230 bis 240 Meter Seehöhe auf steinigen, sandigen und sehr stark kalkhaltigen Böden. Hier herrscht warmes Kleinklima mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Von dieser speziellen Herkunft erzählt auch Lageders im Edelstahltank wie im großen Holzfass gereifter Pinot Grigio Porer 2014. Die Weinstöcke sind zehn bis 27 Jahre alt, 40.000 Liter ergab die Ernte 2014. Strohhell im Glas, frisch, feinholzig und ausgeprägt fruchtig am Gaumen, rauchig-mineralisch und langanhaltend im Abgang ist dieser kraftvolle Grauburgunder ein selbstbewusster Begleiter zu deftigeren Vorspeisen wie Terrinen oder Pasteten, Schalenund Krustentieren.

Rezensierte Getränke wurden der Redaktion fallweise umsonst zur Verfügung gestellt


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