Der Wiener Brototyp

Andrew Demmer führt seit fast 40 Jahren das legendäre Wiener Brötchenbuffet Trześniewski. Höchst erfolgreich, obwohl fast alles so ist, wie es immer schon war. Oder vielleicht gerade deswegen

Politik | UNTERNEHMENSPORTRÄT: JOSEF REDL | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

In der Wiener Dorotheergasse 1 wird es ab elf Uhr Vormittag richtig eng. An den wenigen Tischen rücken wildfremde Menschen zusammen: Hofratswitwen, Studenten, Männer in den orangen Uniformen der MA 48. Hier ist jeder gleich. Hier isst jeder gleich. Ein kleiner Teller mit einer Auswahl an bestrichenen Brotscheiben, meist begleitet von einem Pfiff Bier. Hier ist seit 1904 das Stammhaus des Wiener Brötchenherstellers Trześniewski.

Das Unternehmen mit dem zungenbrecherischen Namen ist eine Wiener Institution. Alleine in der Dorotheergasse wandern jeden Tag rund 5000 Brötchen über die Budel.

In Zeiten von Glutenunverträglichkeit, Slowfood und Fusionsküche erscheint es eigentlich unmöglich, mit beinahe demselben Angebot wie vor 100 Jahren erfolgreich zu sein. Ein wertschätzender Umgang mit Mitarbeitern, lokale Lieferanten, moderate Preise - Trześniewski steht exemplarisch dafür, dass es dennoch funktionieren kann. Das ist unter anderem der Beharrlichkeit von Andrew Demmer zu verdanken.


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