Ist das überhaupt Theater?

Im Performance-Theater Brut werden neuerdings Gerichtsverhandlungen geführt. Auf der Anklagebank sitzt der Kapitalismus


BEOBACHTUNGEN: MARTIN PESL
Feuilleton | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

Das Brut ist seit 1. Mai kein Theater mehr, sondern ein Gerichtssaal. Alle Menschen der Welt hatten ein Jahr Zeit, ihre Wut aufs herrschende ökonomische System auf einer Website in Anklagen zu gießen, einige davon werden ab Mittwoch verlesen und diskutiert.

Die Angeklagten in diesem groß angekündigten Kapitalismustribunal sind wuchtige Institutionen wie BASF, die deutsche Fleischindustrie, das Patriarchat, Politiker wie Gerhard Schröder oder einfach: "Capitalism". Als Ankläger, Richter und Verteidiger werden Menschen aus dem Umfeld des Berliner Kollektivs "Haus Bartleby. Zentrum für Karriereverweigerung", aber auch des Brut selbst auftreten.

Die Schauspielerin Pia Hierzegger in der Richterrobe, die über die CIA oder die EU zu Gericht sitzt, verspräche ganz witzig zu werden. Allerdings erweckt die Eröffnungsveranstaltung am symbolträchtigen 1. Mai -Buchpräsentation inklusive -eher den Eindruck, dass die ganze Aktion bierernst gemeint ist. Die scheinheilig gestellte Frage: "Ist

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