Ein Skilehrer hat abgeschwungen

Er galt als der Erfinder des modernen Carvens. Nun ist der Skipionier Hans Zehetmayer gestorben

Stadtleben | NACHRUF: JOHANN SKOCEK | aus FALTER 18/16 vom 04.05.2016

Das Bundessportheim am Kitzsteinhorn, Winter 73/74. Im Turnsaal kickt eine übermütige Horde von Wiener Turnstudenten. Plötzlich steht ein weißhaariges Männchen in der Tür und schaut lächelnd zu. Die Studenten merken langsam, dass das der Hans Zehetmayer ist, der "Zecherl", einer der großen Skitheoretiker und Skilehrer des Landes. Ob er mitkicken will, fragt einer, der Zehetmayer verneint und fragt zurück, ob sie Lust haben, ein bisschen Trampolinspringen zu üben. Gut. Das Trampolin ist ruckzuck aufgebaut, der "Zecherl" kickt die Schlapfen in ein Eck und springt in Socken auf das Gerät. Und dreht Salti rückwärts, vorwärts, mit halber Schraube und ohne. Er steigt ab, die Burschen applaudieren.

So war er, immer einen Schritt voraus, stets gut aufgelegt, er scheute keine Herausforderung und wusste vieles besser, weil er es besser konnte und umgekehrt. In jeder ernsthaften Sportart wirken Männer wie er, die das Verständnis für das Zusammenspiel von menschlichem Körper und Bewegungsaufgabe


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