Kunst Kritik

Als die Bilder Rotieren lernten

Lexikon | NS | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Sie dreht sich, blinkt und flirrt - und will doch kein bloßes Spektakel sein. Die sogenannte Optical Art, kurz Op Art, entstand bereits Mitte der 1950er-Jahre, erreichte die Wiener Museen aber erst 1967 mit einer von Museumsdirektor Werner Hofmann konzipierten Überblicksschau. Was damals gezeigt wurde, kann nun teilweise in der aktuellen Ausstellung "Rück -Blick. Kinetika 1967" erlebt werden.

Dank eines Privatsammlers, der etliche der seinerzeit präsentierten Kunstwerke gekauft hat, bietet die kleine, von Schwarz und Weiß dominierte Rückschau einen guten Überblick über die sehr internationale Szene. Mit der Erkundung optischer Phänomene, der Nähe zu Technik und Wissenschaft wollten die Vertreter der kinetischen Kunst von einem traditionellen Bild der Kunst abrücken. Dass es sich bei etlichen der -zum Teil heute unbekannten -Künstler um Tüftler gehandelt hat, machen die oft mit kleinen Maschinen an der Rückseite ausgestatteten Lichtobjekte deutlich.

Die Mini-Retro (zu sehen sind 25 der einst 106 Exponate) im Keller des 21er Hauses ist aber auch mit der Ausstellung "Abstract Loop Austria" im ersten Stock verzahnt. Dort werden als Vierergespann die Künstler Marc Adrian, Helga Philipp, Richard Kriesche und Gerwald Rockenschaub gezeigt. War doch Kriesche -zu seiner eigenen Überraschung -bereits mit einer Arbeit in der "Kinetika" vertreten. Anhand von geometrischen Gemälden, Hinterglasmontagen, Leuchtkästen, Mobiles und Folienbildern wird dort eine weite Spanne von konkreter Kunst bis Neo Geo aus Österreich abgedeckt, die im Land expressiver Figuration eher im Abseits stand.

Internationale Einsprengsel machen in "Abstract Loop Austria" die Vernetzung mit Strömungen - etwa den "Neue Tendenzen" in Zagreb - deutlich.

21er Haus, bis 29.5. bzw. bis 28.8.


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