Menschen

Jahr zwei nach Conchita

Falters Zoo | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Sie ist die eine, die immer lacht" ist der Refrain des entmutigendsten Lied des zurückliegenden Frühjahrs und im Übrigen auch eine tadellose Zuschreibung für unsere heurige Song-Contest-Prinzessin Zoë. Glanz und Gloria, die strahlte vielleicht was zusammen in den letzten Wochen vor der großen Show. Sie kämpfte sich wacker von Society-Event zu Fotoshooting zum Ö3-"Wecker" und machte entschieden das liebe Zoë-Gesicht. Vor einem Jahr haben die Makemakes beim Heimspiel für Österreich gesungen, null Punkte, gratuliere. Seitdem ist der Song Contest wieder ziemlich genau das, was er zu Prä-Conchita-Zeiten war. Man ist zwar nicht mehr, wie das vor einigen Jahren war, der Dillo der Nation, wenn man beim Song Contest auftritt (vgl. Manuel Ortega, Eric Papilaya, Tie Break), aber die ganz große Jause wird einem auch nicht mehr aufgetischt. Die Zoë singt ein Lied, das so eine Art Chanson mit Kaugummi-Dance dazwischen ist, und im Übrigen das einzige, das zur Gänze in französischer Sprache gesungen wird. Das tut sich nicht einmal der französische Teilnehmer an, der macht den Refrain auf Englisch. Zoë hat ihr "Loin d'ici" gemeinsam mit ihrem Papa Christof Straub geschrieben, der seinerseits 2012 mit Papermoon schon zum Song Contest wollte. Zoë selbst ist vergangenes Jahr schon einmal gescheitert. Jetzt hat es endlich doch noch eine Straub geschafft. Der Haussegen könnte am Dienstagabend schon wieder zu wackeln beginnen - das ist der Tag von Zoës Halbfinale. Von den Buchmachern ist sie für Dienstag als Elftbeste des Abends gereiht - unter die besten zehn müsste sie kommen, um

im Finale mitsingen zu dürfen. Das könnte also ein ganz schön enges Höschen werden. Am Donnerstag ist das zweite Halbfinale, am Samstag dann der Grand Prix von Stockholm. Wer wettet, dass Zoë das ganze Ding gewinnt, bekommt für einen Euro 100 retour. Vielleicht hätte sie mit "Die immer lacht" bessere Chancen gehabt.

Vor 20 Jahren war der Wiener Gastronom Ossi Schellmann der Erste, der erkannt hat, dass der Donaukanal eigentlich eine verdammt gute Vergnügungspiste abgeben könnte. Sehr, sehr lange war er dann gastronomischer Alleinherrscher am Kanal, heute ist fast alles mit Cocktailbars und Strandstühlen und Sommerhüten ausgepflastert - doch den Schellmann gibt es immer noch. Zum 20. Mal sperrte er also am vergangenen Wochenende seine Sommerbühne auf. Das geht, na hören S', nicht ohne Tête-à-Tête und Bussibussi. Neben den jeweiligen Chefs von Ottakringer, Schlumberger und Almdudler und Menschen wie dem Unterhaltungsjournalisten Dieter Chmelar und der ORF-III-Geschäftsführerin Eva Schindlauer war da auch ein echtes Who's Who des Who's This anzutreffen: der Schauspieler Adi Hirschal, der Kabarettist Christoph Fälbl, die Tanzlehrerin und nunmehr Charity-Lady Yvonne Rueff, die ehemalige Miss Austria Christine Reiler, die ehemalige Lugnermaus Christina und die ehemalige Schauspielerin Marika Lichter, der Filmproduzent Norbert Blecha, die Ö3-Moderatorin Sylvia Graf und die W24-Moderatorin Nadine Friedrich, die Schauspielerin Konstanze Breitebner und die, ja komm, ist ja egal, Journalistin Maggie Entenfellner. Und der vorhin schon genannte Eric Papilaya. Es hat geregnet. Die Summerstage ist eröffnet. LUKAS MATZINGER


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