Die Hochbegabten aus der Vorzeigeschule

Wer an die Wiedner Sir-Karl-Popper-Schule gehen darf, gehört zu den Bildungsgewinnern

SCHULBESUCH: GEORG RENÖCKL
Stadtleben, FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Mit Videospielen Geld verdienen - ein verlockender Gedanke. Niki Herl beschäftigt sich damit schon seit Monaten. Er muss es sogar: "Monetarisierungsmodelle bei Videospielen", so lautet das Thema seiner vorwissenschaftlichen Arbeit, seit letztem Jahr Teil der "standardisierten kompetenzorientierten Reifeprüfung". Die große Aufregung darüber hat er nur am Rand mitbekommen: "Da haben sich die Lehrer viel mehr Sorgen gemacht als wir", meint der 18-Jährige mit dem straff sitzenden Man-Bun, der sich gerade auf die Mathematikmatura vorbereitet. Er wirkt so gar nicht wie der Sonderling, den mancher in ihm, angesichts der Schule, auf die er geht, vermuten würde: Niki gehört zu den per Intelligenztest ausgewählten Hochbegabten, die die Sir-Karl-Popper-Schule besuchen. 48 Jugendliche werden pro Jahrgang aufgenommen, je zwei Klassen des Wiedner Gymnasiums von der fünften bis zur achten als "Popper-Klassen" geführt.

In Zeiten, in denen vor allem über nicht erreichte Bildungsstandards, kollektive

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