Ein treuer Polygamist

Wie der Kärntnerbua Wolfgang Puschnig, der jetzt seinen 60er feiert, auszog, um Jazzgeschichte zu schreiben


WÜRDIGUNG: KLAUS NÜCHTERN
Feuilleton | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Vor drei Jahren ist Wolfgang Puschnig aus einer Musiker-WG in eine Wohnung im Bezirk und Stadtteil Landstraße übersiedelt. Sie ist klein, aber sehr licht. Lift gibt es keinen. Dafür entschuldigt sich Puschnig gleich einmal, ebenso dafür, dass er nur Tee oder Kaffee anbieten kann.

Man muss kein Musikhistoriker sein, um zu wissen, dass Alkohol und Drogen in der Geschichte des Jazz eine Spur der Verwüstung hinterlassen haben. Die Wahrheit ist, dass Puschnig damit nie viel am Hut hatte. Als ihn "die schwarzen Cats" in der Band von Carla Bley einmal dazu nötigten, an der Pfeife mit reinem Shit zu ziehen, hat er beim Auftritt zwei Stunden später den eigenen Notenständer kaum noch gefunden. Die Bandleaderin mütterlich-vorwurfsvoll: "Wolfi, what was wrong with you? You were so strange. And you made a mistake!"

Ein überlebensgroßer Buddha-Kopf neben dem Sofa, über dem Dutzende, zum Teil selbstgebastelte Flöten hängen, und weitere Einrichtungs-und Gebrauchsgegenstände belegen einen Bezug

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