Ein Stachelkaktus, in Zuckerwatte verpackt

Velvet Underground und die Folgen: Die Wiener Band Vague und ihr ebenso ausgeschlafenes wie stilsicheres Debüt

Feuilleton | PORTRÄT: GERHARD STÖGER | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Tee oder Kaffee? Simon Dallaserra nimmt beides. Den Espresso zum Munterwerden und den Kräutertee zum Gesundbleiben. Am Tag nach dem Gespräch will der 27-Jährige mit seiner Band Vague wieder im Tourbus sitzen. Zehn Konzerte in zehn Tagen stehen an, von Berlin geht es über Dresden und Zürich zurück nach Wien, wo die seit 2013 bestehende Gruppe am 14. Mai ihr Debüt "In the Meantime" präsentieren wird.

Es ist bereits die dritte Auslandsreise des Quintetts, daheim hatte man sich dagegen eine Weile rar gemacht. Sonst läuft es eher umgekehrt: Wer es sich in den hiesigen Kellern der Nacht als Local Hero mit Stromgitarre gut eingerichtet hat, kommt im Endeffekt selten über St. Pölten hinaus - Ausnahmen bestätigen die Regel.

Vague - der Name wird französisch ausgesprochen -ticken anders. Zu Zeiten ihrer ersten Tournee gab es noch keinen Tonträger, sondern nur den Rock-'n'-Roll-Traum, wochenlang im Bandbus von Club zu Club durch Europa zu gondeln. "Im Sinne des Erlebens hat es sich auf


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