Die Stadt als Schlafzimmer

Drei Architekten fordern unter dem Motto "Bedroom Exodus" die schlafkulturelle Revolution

Stadtleben | LABORBESUCH: MAIK NOVOTNY | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Genau acht Stunden lang ist das vom britischen Komponisten Max Richter konzipierte Werk "Sleep", das 2015 seine Uraufführung vor einem plangemäß auf 500 bereitgestellten Feldbetten dösenden Publikum erlebte.

Acht Stunden gelten als Schlafstandard, auch wenn die Populärwissenschaft in regelmäßigen Abständen verkündet, der ideale Schlaf dauere sechs, nein, fünf, nein, sieben oder doch zehn Stunden. Einig sind sich jedoch alle, dass der Schlaf nachts stattzufinden hat. Aber es gibt auch die somnischen Rebellen, die eine radikale Alternative vertreten: den polyphasischen Schlaf. Das heißt, mindestens drei Schlummerzeiten über den Tag verteilt -wo auch immer man sich gerade befindet.

Der Wiener Architekt Florian Sammer und die beiden Architekturstudenten Jerome Becker und Lukas Vejnik haben Gefallen an dieser Idee gefunden und sich seit 2014 fachlich in die Verortung des Schlummerns vertieft. "Wirf die Wohnung aus dem Fenster!" lautet ihr Slogan, "Bedroom Exodus" heißt ihr Manifest.


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