Von der Muppet Show in den Musenbau

Ein Hingucker, aber harmlos: Ron Muecks Silikonskulptur "Man in a Boat" im Theseustempel

AUSSTELLUNGSBESUCH: NICOLE SCHEYERER | Feuilleton | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Kunst oder Kuriosität? Diese Frage drängt sich vor den lebensechten Skulpturen von Ron Mueck immer wieder auf. Im Ausstellungsbetrieb ist das Urteil freilich längst gefallen: Seit der Australier 1997 in der legendären Londoner Schau "Sensation" vertreten war, wo auch Damien Hirst mit seinem in Formaldehyd schwimmenden Hai debütierte, gilt seine Kunst als Garant für geweitete Publikumsaugen.

Der Künstler zeigte damals die Silikon-Fiberglas-Figur "Dead Man", wobei es sich um eine verkleinerte, detailgetreue Replik seines nackten, verstorbenen Vaters handelte.

Diese "autobiografische" Skulptur stimmte auf das kommende Werk des gelernten Puppenmachers ein. Mit wirklichkeitsgetreu nachgebildeten Toten, Neugeborenen oder Schwangeren spricht er existenzielle Belange an.

Muecks Trick: Er gestaltet seine Figuren immer entweder zu groß oder zu klein. So sorgte der im Schlepptau der Young British Artists aufgestiegene Künstler auf der Biennale in Venedig 1999 mit einem fünf Meter hohen, 500

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige