Kanzler des kleinen Formats

Werner Faymann versuchte, mit dem Boulevard zu regieren. Hätte er ihn nur ausgegrenzt!

Politik | RESÜMEE: ARMIN THURNHER | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Um es in der Diktion eines seiner besten medialen Freunde zu sagen: Da hat Werner Faymann einmal das Land bewegt. Keine zwei Wochen vor der Wahl zum Bundespräsidenten hörte er die Signale und setzte selber eines. Er trat zurück. Das Signal seines Rücktritts klingt wie das moderne Programm von Politik, ja wie die Fanfare allen zeitgemäßen Lebens: Ich. Ich trete ab, denn ich habe nicht mehr den nötigen Rückhalt.

Wofür denn? Ehe man sich das fragen konnte, zeigte Werner Faymann noch einmal sein ganzes Stilgefühl. "Schon eine Stunde nach seinem Rücktritt, bevor er noch mit seinen Ministern und seiner Partei gesprochen hatte, wählte Werner Faymann die Telefonnummer von Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner, der gerade in Los Angeles ist", um sein erstes Abschiedsinterview zu geben, berichtete oe24, die Website der Zeitung Österreich.

Werner Faymann kam durch Boulevardmedien an die Macht, die er selbst mitfinanzierte, indem er ihnen öffentliche Mittel in Form von Inseraten zukommen


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