7 Sachen, die Sie über den RICHTWERTMIETZINS nicht wussten

Stadtleben | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Kürzlich meinte eine Bekannte, ich würde für meine Altbauwohnung wahrscheinlich zu viel Miete zahlen. Was geht die das überhaupt an?

Eh nichts. Aber sie hat einen Punkt. Tatsächlich hat die bisher letzte Erhebung der Arbeiterkammer im Jahr 2015 ergeben, dass die meisten Wiener Altbaumieter mehr zahlen, als eigentlich erlaubt wäre.

Was heißt hier erlaubt? Ich dachte, das regelt der Markt?

Die Miete von Altbauwohnungen basiert auf einem gesetzlichen Richtwert. In Wien liegt der bei 5,39 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommen Zuschläge wie für eine gute Lage oder Abschläge wie für eine Vertragsbefristung.

Und mehr darf mein Vermieter nicht verlangen?

Exakt. Schwerwiegend wird's vor allem bei befristeten Verträgen. Allein für die Befristung sind 25 Prozent vom Richtwert abzuziehen. Laut Arbeiterkammer zahlen Mieter in befristeten Verträgen um 60 Prozent zu viel.

Für welche Wohnungen gilt das?

Für vor 1945 gebaute und nach 1993 angemietete Hauptmietwohnungen.

Und wie finde ich den erlaubten Zins meiner Wohnung raus?

Auf der Website der Stadt Wien gibt es einen Mietrechner. Der hilft.

Und wenn ich glaube, dass ich zu viel zahle?

Dann lohnt ein Weg zum Mieterverband Ihres Vertrauens. Der kann einen später auch im Schlichtungsverfahren bei der MA 50 vertreten.

Warum verlangt mein Vermieter eigentlich mehr, als erlaubt ist?

Viele Vermieter schreiben die Wohnungen bewusst zu teuer aus und hoffen, dass der Mieter nicht vom Recht einer Überprüfung Gebrauch macht.


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