Fattousch mit Schwierigkeiten

Der beste Grieche der Stadt wurde zum zumindest guten Libanesen


LOKALKRITIK: FLORIAN HOLZER

Stadtleben | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Immer ein bisschen traurig, wenn sich ein Lokal nach fast 30 Jahren verabschiedet. Noch dazu, wenn es sich dabei um den besten Griechen der Stadt, der eigentlich ein Kreter war, handelte. Aber Taverna Lefteris’ Zeit war halt einfach gekommen, und wenn dem besten Griechen/Kreter der Stadt ein libanesisches Lokal folgt, ist das ja auch irgendwie gleich ein bisschen besser auszuhalten – weil libanesische Küche super ist und eh viel zu selten in Wien.

Drei Monate wurde umgebaut, erfährt man, aus der stets so sympathisch schlichten Taverne wurde ein, nun ja, palazzoartiger Saal mit drei Kristalllustern, Natursteinwand und aufgeklebten Ziersäulen. Die Karte des Al Zaytouna klingt vielversprechend, kalte und warme Vorspeisen in knapp 40 verschiedenen Variationen, die Erklärungen sind hilfreich. Zumindest für den Gast, denn der von Herzen freundliche Oberkellner konnte mit all diesen Namen wenig anfangen, egal, wie sehr wir auch versuchten, sie korrekt auszusprechen.

Okay, halfen wir halt zusammen, zeigten mit dem Finger auf den Namen des Gerichts, er notierte die ihm offenbar fremden Bezeichnungen mit Mühe. Und kam dann auch noch einmal zurück, weil ihm erinnerlich war, dass wir sieben Vorspeisen bestellt hatten, nicht sechs wie auf seinem Bonierzettel stand. Den wir dann noch einmal durchgingen, feststellten, dass da kaum etwas stimmte, und ihm handschriftlich darauf notierten, was wir gerne essen würden.

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