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Was bringt Hashtag-Aktivismus?


ANNA GOLDENBERG
Medien | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Schweigen im Angesicht des lauten Hasses ist eine Zustimmung", erklärte die Journalistin und Aktivistin Kübra Gümüşay bei der re:publica 2016 vergangene Woche in Berlin. "Organisierte Liebe" lautete der Titel ihres Vortrages, mit dem sie eine neue Hashtag-Kampagne (darunter versteht man die Prägung eines Hashtags für ein Produkt oder Thema auf sozialen Medien) vorstellte.

Mit #OrganisierteLiebe soll man positive Inhalte versehen, einander sagen, was man gut findet, vielschichtige Debatten sowohl online wie offl ine fördern. Gümüşay und ihre Co-Initiatorin Anne Wizorek sind erfahren in solchen Kampagnen; unter anderem organisierten sie gemeinsam mit 20 anderen Aktivistinnen #ausnahmslos ,um auf vereinfachende Debatten nach Köln aufmerksam zu machen.

Kann das etwas bringen? Die Erfahrung zeigt: ja. Im Jahr 2013 startete Wizorek #aufschrei, um Beispiele von Alltagssexismus zu sammeln. Es wurde eine der erfolgreichsten deutschen Hashtag-Kampagnen aller Zeiten und sorgte für heftige Diskussionen. "Das Gute an Hashtags ist, dass alle mitmachen können, und das Schlechte an Hashtags ist, dass alle mitmachen können", sagte Wizorek im Interview mit t3n.de. Unter #aufschrei wurden etwa auch Pornobilder gepostet.


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