Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben

Der Rücktritt Faymanns böte Gelegenheit zu strategischer Neuorientierung: Linkspopulismus statt Ausgrenzung


KOMMENTAR: KLAUS NÜCHTERN
Falter & Meinung | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Der Schock nach dem ersten Durchgang der Bundespräsidentenwahl wurde schlagend durch jene Österreich-Karte illustriert, auf der die einzelnen Wahlsprengel in der Farbe der Sieger koloriert waren: Mon Dieu, monochrome bleu! Das Land ähnelt einem Bild von Yves Klein. Was man davor geahnt hatte, sich aber nicht eingestehen wollte, nach dem 24. April ist es nicht zu leugnen: Es geht ein Riss durchs Land, ja sogar durch die einzelnen Lager. Wenn am 1. Mai ein Faymannfreundlicher Genosse einem andersgesonnenen eine Fotzn verabreicht, ist die Stimmung mehr als gereizt.

Sie entzündet sich einmal mehr an der Frage, wie es die SPÖ mit der FPÖ zu halten gedenke. Die Antwort scheint klar: "Die Ablehnung der FPÖ als Koalitionspartner auf Bundesebene ist das letzte Alleinstellungsmerkmal, das die Sozialdemokratie noch hat" - so die nebenberufliche SPÖ-Dissidentin Barbara Blaha im letzten Falter. Koalitionsverweigerungsgarantie als einzige Unique Selling Proposition? Angesichts der Attraktivität

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