Didi, der Kurs stimmt

Die Geschichte von dem Mann, der 264 Leute rausschmeißen wollte, weil sie einen Betriebsrat gründen wollten. Und das dann doch nicht tat, weil die das dann doch nicht taten


NACHERZÄHLUNG: LUKAS MATZINGER
Medien | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016


Am Dienstagmorgen vergangener Woche, dem internationalen Tag der Pressefreiheit, bekamen die 264 Mitarbeiter von Servus TV ein Mail von ihrem Intendanten. Er habe etwas zu verkünden, schreibt er, es mögen sich alle zu einer Betriebsversammlung einfinden, noch am selben Vormittag. Es sei dringend. So eine Bekanntgabe sorgt in der Welt von Red Bull noch nicht für große Aufregung. Wichtige Neuigkeiten werden immer persönlich mitgeteilt. Gute wie schlechte.

An diesem Dienstag waren es schlechte. Der Sender sei wirtschaftlich untragbar geworden, sagte der Intendant Ferdinand Wegscheider dann vor versammelter Mannschaft. Die Wettbewerbssituation lasse keine positive Entwicklung erwarten. Und nach wenigen Minuten kam er zum Schluss: Die Unternehmensleitung habe beschlossen, den Sender einzustellen. Die Frequenzen werden frei. Als die Servus-TV-Mitarbeiter zurück an ihren Arbeitsplatz kamen, waren sie schon beim AMS vorangemeldet.

Die 264 Angestellten und geschätzt noch einmal so viele Zulieferer, Angestellte bei Produktionsfirmen und Leiharbeiter waren schockiert, viele waren noch vor wenigen Jahren extra wegen Servus TV nach Salzburg gezogen. Doch die Gründe für das Ende, das sickerte schon in den nächsten Stunden durch, waren nicht rein wirtschaftliche.

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