Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Die SPÖ nach Werner Faymann, vor Alexander Van der Bellen


VON ARMIN THURNHER

Falter & Meinung | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Werner Faymann ist Geschichte. Das kann man der Geschichte nicht ankreiden. Aber es ist Zeit, ein paar Fragen zur Sozialdemokratie zu stellen. Stets steht die Frage im Raum, warum die Sozialdemokratie nicht aus den sich seit dreißig Jahren verschärfenden gesellschaftspolitischen Bedingungen Kapital schlagen kann. Warum sie überall in Europa dem Sieg des Neoliberalismus so wenig entgegensetzt. Warum sie seit den 1990er-Jahren ihre kulturelle Hegemonie schleichend verliert und nun verblüfft erkennt, dass die Rechte diesen Kampf auf allen Ebenen nicht nur zu führen, sondern zu gewinnen beginnt.

Der Triumph des Neoliberalismus ist der größte Propagandaerfolg der neueren Zeit. Er hat mit dem geschickten Gebrauch des Zauberworts "Freiheit" die Hirne und Herzen auch jener erobert, die sich als Linke definieren. Werner Faymann repräsentierte eine Linke, die das nur hilflos abzuwehren versuchte. Sie erkannte nicht, dass am Anfang jedes politischen Erfolgs eine politische Idee steht. Nur eine

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