Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Der Brite zeigt, wie's geht: Nachhilfe für Medien im Klimaschutz

BENEDIKT NARODOSLAWSKY | Politik | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Alan Rusbridger blickt auf die gefüllte Halle E im Museumsquartier und sagt, es wäre "ein Desaster": Der Klimawandel sei "die größte Geschichte der Welt", aber die Journalisten ignorierten sie. Die Organisatoren der "Erdgespräche"(mehr dazu in der Fair-Beilage) holten den ehemaligen Guardian-Chefredakteur nach Wien, um zu zeigen, wie man die mediale Klima-Ignoranz durchbrechen kann. Und das Interesse dafür zu wecken, dass die Menschheit nur noch ein Fünftel der vorhandenen fossilen Energieträger verbrennen darf, damit sich die Erderwärmung auf zwei Grad beschränkt.

2015 lancierte Rusbridger im Guardian die Kampagne "Keep it in the ground" gegen Konzerne, die Kohle, Gas und Öl fördern. Das Ziel: Investoren sollten ihr Kapital aus den schmutzigen Konzernen abziehen und es stattdessen in saubere Unternehmen stecken. Rusbridgers Kampagnen-Team ging dabei vor wie eine NGO, es setzte auf Aktionismus, Ikonen und ließ sogar Merchandise-Artikel produzieren. Die Redaktion lieferte dazu die gewohnt seriös recherchierten Geschichten. Die Folgen der Kampagne: Investoren zogen Kapital aus den schmutzigen Konzernen ab. Hohe Zugriffszahlen auf die Geschichten. Und langer Applaus in Halle E.


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