Ausstellung Tipp

Im Spiegel antiker Augen aus Wachs

Lexikon | NS | aus FALTER 19/16 vom 11.05.2016

Das als k. k. Medizinisch-chirurgische Akademie 1785 gegründete Josephinum beherbergt eine der tollsten Sammlungen anatomischer Wachspräparate weltweit und ist doch viel zu wenig bekannt. Neben der Sammlung La Specola in Florenz existiert keine zweite so große und interessante Kollektion an Wachsfiguren, die als medizinische Lehrbehelfe gesunde und kranke Körper darstellen.

Seit geraumer Zeit wird am Dornröschenschlaf des Museums aber gerüttelt, unter anderem durch zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler. Derzeit wird im Josephinum auch die Ausstellung "De oculis" präsentiert, die historische Exponate aus der Augenheilkunde und zum Bereich Sehen generell enthält. Es handelt sich dabei um eine Schenkung des Arztes Hermann Aichmair, der 600 Sammlungsstücke zum Auge, darunter antike Brillen, Sehtests, OP-Besteck oder Augenspiegel zusammengetragen hat.

Am 19.5. findet nun die Veranstaltung "Der gelenkte Blick" statt, bei der die Kuratoren Moritz Stipsicz und Simon Unger-Weber durch die Schau führen. Während Stipsicz von der zeitgenössischen Fotografie kommt und die künstlerischen Interventionen von Kerstin von Gabain, Zenita Komad, Nadim Vardag und anderen erläutern wird, betreibt Unger-Weber eine auf antike wissenschaftliche Objekte spezialisierte Galerie und wird über die historischen Ausstellungsexponate sprechen.

Anschließend finden drei Vorträge statt, bei denen etwa Thomas Schnalcke vom Museum der Berliner Charité über die Entwicklung medizinischer Körperbilder durch Wachsmodelle sprechen wird und der Kunsthistoriker Raphael Rosenberg darüber, wie Kunstwerke unsere Blicke lenken. Es wird um Anmeldung unter josephinum@meduniwien.ac.at gebeten.

Josephinum, bis 8.10 "Der gelenkte Blick", Do 16.00


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