Menschen

Mögen die Festwochen mit euch sein


LUKAS MATZINGER
Kolumnen/Zoo | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

Seit Freitag sind Festwochen. Sie "verwandeln Wien" wieder in eine "riesige Bühne", "der Startschuss" zum "Marathonlauf der Wiener Kultur" ist gefallen, wie man so schön schreibt. Eine halbe Woche Theater, Performance und Musik liegen hinter, aber vor allem liegen fünf solche Wochen vor uns. Die Eröffnung war am vergangenen Freitag am Rathausplatz und es war ganz schön was los. Laut Veranstalter waren 22.000 Leute da, aber was wissen die schon. Es sprachen Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl und der Puppenspieler Nikolaus Habjan durch diverse lebensgroße Klappmäuler. Die Idee des folgenden Konzertabends, der "Blech. Blas.Musik.Tanz" heißen musste, war es, verschiedene musikalische Spielarten auf einer Bühne zu zeigen. Deshalb traten die Blasmusikanten und Jodler Federspiel, Superar, ein von Sängerknaben, Konzerthaus und Caritas gegründeter Chor, die Weltmusikanten Großmütt erchen Hatz Salon Orkestar und die Gypsy-Freunde Boban Markovic Orkestar auf. Tags darauf breitete Starregisseur Frank Castorf das Stück "Tschewengur -Die Wanderung mit offenem Herzen", das ein bisschen als sowjetische Version des "Don Quixote" gesehen werden kann, im Museumsquartier in fünf Stunden aus. Das "Spa für Körper und Geist" in der Festwochen-Zentrale Künstlerhaus war mit 25.000 schwarzen Bällen gefüllt, auf denen Sätze standen, über die nachzudenken man eingeladen war. Die ukrainische Dakh Daughters Band führte dasselbe abgefahrene Musik-Kabarett-Stück auf, das sie schon am Maidan-Platz in Kiew zeigte. Neun andere Performancekünstler bespielten unter der Leitung des brasilianischen Künstlers Fyodor Pavlov-Andreevich je ein Teilstück einer riesigen Drehscheibe. Keiner sieht den anderen, keiner weiß, was der andere macht, das Publikum kurbelt die Scheibe und staunt. Und so geht das dann bis zum 19. Juni dahin. Für den Intendanten der Festwochen Markus Hinterhäuser ist danach Schluss. Er wechselt nach Salzburg. Sein Nachfolger wird der bisherige Leiter des Donaufestivals Tomas Zierhofer-Kin. Aber vorher wird noch Wien "verwandelt" und, Sie wissen schon, es werden "Startschüsse" fallen.

Dass Alexander Van der Bellen von der österreichischen Hautevolee unterstützt wird, wie Norbert Hofer immer behauptet, stimmt nicht. Kann gar nicht stimmen, denn die sind zu sehr damit beschäftigt, chinesische Handyhersteller zu unterstützen. Am vergangenen Donnerstag stellte Huawei vor 180 geladenen Gästen im Museumsquartier sein neues Handy vor. Es moderierte die körperlich große, nur schweren Herzens als Kabarettistin zu bezeichnende Nina Hartmann mit dem allseits beliebten Almhüttenprinz Hubertus von Hohenlohe. Letzterer hatte unerfreulicherweise eine Spiegelinstallation im Saal angebracht. Es gab einen Welcome Drink, eine After-Show-Party und mehr mit so Event-Vokabeln bezeichnete Dinge. Gesichtet wurden neben den Society-Tigern Norbert Blecha und Anna Huber auch die Dreifaltigkeit der Wiener Schickeria Andrea Buday, Fadi Merza und La Hong - die Große, die Nase und die Miese. Die Kamera vom Smartphone ist angeblich sehr gut, der Akku soll lange halten.


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