DER ROTE MÄNNERBUND

An der Spitze der SPÖ steht wieder ein Mann. Dass keine Frau ernsthaft in Erwägung gezogen wurde, liegt auch an den Gepflogenheiten der Sozialdemokratie


ANALYSE: NINA BRNADA
Politik | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

Jeder sagt, was er will. Die Vertreter der SPÖ-Landesparteien, die sozialdemokratischen Gewerkschafter, die rote Jugend. In der SPÖ wird die Entscheidungsfindung nach dem Rücktritt des Parteiobmanns und Kanzlers Werner Faymann öffentlich debattiert. Diese mediale Kommunikation schafft Tatsachen, weil auf jede Aussage Reaktionen folgen und sich irgendwann zu Entscheidungen verdichten.

Eine SPÖ-Organisation hat unterdessen gar nicht kommuniziert: Von den SPÖ-Frauen war dieser Tage nichts zu hören. Sie haben keine Kandidatin ins Spiel gebracht, sie haben auch nicht kritisiert, dass keine Frau ernsthaft in Erwägung gezogen wurde. Und man weiß auch gar nicht, welchen der beiden aussichtsreichsten Anwärter, also ÖBB-Chef Christian Kern oder Medienmanager Gerhard Zeiler, sie in Sachen Frauenpolitik für geeigneter befunden hätten. Personal-und Nachfolgedebatten führe man nur in Gremien, lässt die Bundesfrauenvorsitzende und SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek auf Anfrage

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