Landrand Ruralismus

Das können sie doch nicht machen

Landleben | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

Da standen die Weinbauern nun. Schon am Abend waren die Blättchen von Eis überzogen, Versuche, die Reben noch zu retten, misslangen. Tausende Strohballen schleppten die Winzer in die Weingärten und zündeten sie an, doch es nutzte nichts mehr. Mit Hubschraubern warme Luft runterzublasen ging wegen des Sauwetters auch nicht. Am nächsten Tag war also die Katastrophe fertig. Die Steiermark hat es besonders mitgenommen, von 4500 Hektar Rebfläche ist auf 4400 fast alles weggefroren.

Nun fordern Bauernvertreter, das Buschenschankgesetz vorübergehend zu ändern. Zwei Jahre sollen die Schänken auch Trauben und Wein aus anderen Bundesländern zukaufen können. Was sollen sie denn sonst tun? Most ausschenken? Die Äpfel hat's selber wild getroffen. Sehr langen Urlaub machen, wie ein Winzer meinte? Und wie soll es dann mit den Weinstraßen weitergehen? Und mit den Weinstraßenbewohnern? Wie sollen die die nächsten Jahre rüberbringen? Man mag es sich gar nicht ausmalen, ganze Landstriche, die veröden, Sozialgefüge brechen zusammen ... Ja und die Grazer, wo sollen die am Wochenende ... Nein, nein, zukaufen lassen! Das ist würdig und recht.


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