Buch der Stunde

Ein Schritt nach vorne und zwei Schritte zurück

Feuilleton | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

In ihrem letzten, autobiografisch gefärbten Roman "Wir sind die Früchte des Zorns" beschäftigte sich Sabine Scholl mit der Frage, wie man als Frau und Mutter leben kann, ohne sich dabei als Künstlerin aus den Augen zu verlieren. Die Heldin war eine Rastlose, die selten Ruhe zum Schreiben fand. Was Virgina Woolf gefordert hat, fehlte ihr schmerzlich: ein eigenes Zimmer zum Arbeiten.

In "Die Füchsin spricht" führt die in Berlin lebende österreichische Autorin dieses Motiv in einem anderen Gesamtzusammenhang fort. Die Hauptfigur des neuen Romans heißt Antonia "Toni" Mayringer und macht sich Sorgen um die Zukunft, denn ihre Stelle als Germanistin soll nicht verlängert werden. Schuld daran sind nicht mangelnde Fähigkeiten, sondern fehlende Seilschaften. Obendrein liegt sie im Clinch mit dem mächtigen Mann am Institut, einem schmierigen, schon halb dementen Alt-68er. Weil sie keine anderen Chancen sieht, bewirbt sie sich trotzdem wieder. Ihre Konkurrentin ist ausgerechnet eine alte


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