Der Gatte ist der Gattin Wolf

In ihrem Roman "Blauschmuck" erzählt Katharina Winkler die Geschichte einer misshandelten jungen Kurdin

Feuilleton | KRITIK: KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

Gewalt ist ein super Sujet in der Literatur, wirft aber heute - anders vielleicht als noch zu Homers Zeiten -viele Fragen auf, die ästhetischer und ethischer Natur zugleich sind. Heinz Strunk hat sich mit dem vielbeachteten Roman "Der goldene Handschuh" in den Kopf des Frauenmörders Fritz Honka begeben, und auch Katharina Winklers "Blauschmuck" liegt eine wahre Lebensgeschichte zugrunde. Allerdings ist diese aus der Opferperspektive und in der ersten Person Einzahl erzählt.

Auch was die Darstellung von Gewalt anbelangt, sind die beiden Romane grundverschieden: Während Strunk seinen Leserinnen und Lesern kein noch so grausiges Detail erspart, schwankt Winkler in ihrem Debüt über eine junge Kurdin zwischen Lakonie und poetischer Umschreibung. Den Vorwurf eines elendspornografischen Detailfetischismus kann man also gegenüber "Blauschmuck" nicht erheben, obgleich das Leben der jungen Kurdin namens Filiz wahrlich elend genug ist.

Yunus, der Filiz bereits als Zwölfjährige heiratet und


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