Aus dem Herbst in den Frühling: Theatervielfalt im Waldviertel

Lexikon | THEATERKRITIK: MARTIN PESL | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

In seinem 26. Jahr wagt das Szene-Bunte-Wähne-Festival im Waldviertel einen großen Sprung nach vorn - gleich um ein paar Monate. Erstmals findet das Theaterfestival für junges Publikum nicht erst im Herbst, sondern lange vor den großen Schulferien statt: ein Experiment. Das Wetter ist also diesmal nicht "noch", sondern "schon" sommerlich, und das Programm trotz der kürzeren Vorbereitungszeit vielfältig und attraktiv.

Gleich am ersten Wochenende sind besonders Familien angesprochen, die von außen kommen. Ein mehrstündiges Workshop-und Bastelprogramm rund ums Kunsthaus in Horn beschäftigt die Kleinen den ganzen Nachmittag. Dazu werden bekannte Geschichten wie "Ronja Räubertochter" oder "Hans im Glück" aufgeführt. Vor allem aber haben Gründer Stephan Rabl und Festivalleiter Stephan Werner ein erstaunliches internationales Programm zusammengestellt. Die belgische Star-Kompanie der Kindertheaterszene schlechthin, die Kopergietery, zeigt zur Eröffnung ein poetisches, multimediales Musical mit dem Titel "Die Königin ist verschwunden" (19.5.)."Staring Girl", auch aus Belgien, vertont Gedichte des Regisseurs Tim Burton (Mo). Am weitesten gereist ist neben den simbabwischen Bands Iyasa und Insigizi sicher die company ma aus Japan. Ihr Tanzstück "Sogar dem Regen trotzen" (Mi) ist von Charlie Chaplin inspiriert.

Mit einigen Produktionen ist natürlich wieder der Dschungel Wien vertreten, den Stephan Rabl noch bis Ende der Saison leitet. Der einstige Dschungel-Bus für mobile Produktionen tingelt nun als Szene-Bunte-Wähne-Bus durch Niederösterreich.

Horn und Umgebung, 18.5. bis 26.6.


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