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Die Meinungsfreiheit, die Strache meint

BENEDIKT NARODOSLAWSKY | Medien | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

Heinz-Christian Strache ist Parteiführer der FPÖ, das F im Namen steht für "Freiheit". In öffentlichen Diskussionen mahnt Strache sie gerne ein.

Erst vor einem Monat schwang er sich zum Verteidiger der Meinungsfreiheit auf. Auf Facebook kritisierte er die deutsche Kanzlerin, die gegen den Kabarettisten Jan Böhmermann ermitteln ließ. Böhmermann (siehe links) hatte den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in einem Gedicht öffentlich geschmäht, er hatte den Präsidenten unter anderem als "dumme Sau" beleidigt.

Strache nannte Merkel deshalb "unehrlich, falsch und feige". Er rief zu einer "Kundgebung für Meinungsfreiheit" auf. Laut Angaben der FPÖ sprach Strache vor 2500 Menschen in Wien.

Genau eine Woche vor dieser Kundgebung hatte Musiker Christoph Hahn eine Gerichtsladung erhalten. Strache klagte ihn auf Beleidigung. Denn Hahn (Künstlername: "Leitwolf") hatte vor der Wien-Wahl 2015 ein Bild aus dem Internet auf Facebook gepostet. Es zeigt Strache mit einer Schweinsnase. Das Bild versah er mit dem Spruch "Ein rechtes Schwein darf kein Leitwolf sein".

Strache gewann den Rechtsstreit. Den Künstler wird der Prozess voraussichtlich einen vier-bis fünfstelligen Eurobetrag kosten.


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