Die Zukunft ist schon ziemlich morsch, Oida!

Lexikon | M P | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

Fünf Szenen spielen zu unterschiedlichen Zeiten, aber alle in der Zukunft - so viel ist schnell klar. Wie eine Gruppe von Menschen mit der anderen zusammenhängt, versteht man erst viel später. Da werden Uhren gestohlen, Romane debattiert, am Esstisch Nachbarn ausgerichtet. In Jérôme Junods Text heißt "cool" bei der Jugend der Zukunft "türkis", und "scheiße" heißt "Morsch", daher der Stücktitel. Morsch ist, dass die Geschichte sich wiederholt und wir nicht generationenübergreifend daraus lernen, so die Botschaft dieses interessant gebauten Stückes. Noch viel interessanter wäre es, hätte Junod es nicht mit allzu klischierten Figuren besetzt, die in seiner eigenen Inszenierung wie Parodien ihrer selbst wirken, Musical-Szene inklusive. Das ist nicht so türkis.

Theater Nestroyhof, Sa, So, Di, Do 20.00


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