Stadtrand Urbanismus

Die Kopfgeldjäger des kleinen Mannes

Stadtleben | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

Wusst ich' s doch. Jeder wusste es. Man hat es ja gesehen. In ihren Augen, wenn sie paarweise auf die Jagd gingen und wie Schakale choreografiert ihre Beute erlegten. Diese unverhofften Zugriffe, zack, schon konnte man das nächste Opfer zappeln sehen.

Seit Jahren hält sich das Gerücht, dass die Kontrolleure der Wiener Linien eine Prämie pro Schwarzfahrer kassieren. Und so betriebsam, wie manche von ihnen vorgehen, neigte man dazu, dieser Urban Legend Glauben zu schenken: Diese Jäger arbeiten auf Stückzahl.

Seit dieser Woche ist es Gewissheit: Es stimmt. Der Stadtrechnungshof hat in einem Bericht das "Anreizsystem" der Schwarzkappler beschrieben. 5,20 Euro soll jeder Ertappte an Prämie bringen. Was den Kick des kleinen Mannes natürlich noch einmal erhöht, den Volkssport Schwarzfahren noch spannender macht. Der sportliche Ehrgeiz richtet sich nicht mehr ausschließlich gegen das System als solches -im Bösen mit der Umhängetasche hat man nun einen direkten Widersacher gefunden.

Er oder ich. Auge um Auge. Fahrschein um Fahrschein.


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