Kritiken

Schuld und Schwulst: Schlaflose Buben


MP
Lexikon | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

Drei Männer treffen sich und verbieten einander das Schlafen. Sie wollen sich "ein Gefängnis bauen, damit die Schuld besser organisiert ist". Dabei verlieben sie sich abwechselnd ineinander und frönen dieser Liebe in schwülstigen Choreografien. Das Ganze endet tödlich. Vermutlich nimmt Autor Leon Englert sein neues Stück "Die Schattenseite meines Lebens als Lichtgestalt" sehr ernst, dabei will man ihm so sehr wünschen, dass es nur als kruder Bubenstreich gemeint ist. Ertragen lässt es sich nur, weil die Schauspieler (Wenzel Brücher, Roman Blumenschein und ein schier unglaublicher Okan Cömert) in ihren hanebüchenen Rollen mit einer Intensität aufgehen, die das Publikum durchaus erheitert und wachhält. Michael Schlechts Inszenierung tut ihr Bestes, aber dieser Fassbinder-Verschnitt auf Drogen ist leider nicht zu retten.

Theater Drachengasse, Fr-Sa, Di-Do, 20.00


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