Der Weltempfänger

Zu schnell und gefühllos sei die moderne Welt, befindet der Soziologe Hartmut Rosa und rät zu mehr Resonanz. Nun kommt der populäre Gesellschaftskritiker nach Wien

PORTRÄT: MATTHIAS DUSINI INTERVIEW: JOHANNES KAUP | Feuilleton | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

Wenn eine Stimmgabel schwingt, bringt sie eine andere zum Mitschwingen. Der deutsche Soziologe Hartmut Rosa erklärt an diesem Beispiel die Erfahrung von Resonanz, die im Zentrum seines neuen Buches steht. Es geht darin um die Fähigkeit, sich berühren zu lassen, und die Furcht vor einer verstummenden Welt.

Hartmut Rosa, geboren 1965, ist Professor für Soziologie an der Universität Jena. Am 24. Mai kommt er nach Wien, um im Rahmen des Wiener Stadtgesprächs "Resonanzen" vorzustellen, eines der Sachbücher der Saison. Rosa analysiert darin eine Gesellschaft, die nicht mehr von mittelalterlichen Plagen wie der Pest heimgesucht wird, sondern von hausgemachten Leiden, der Angst, zu scheitern und den Anschluss zu verlieren.

Im Jahr 2005 lieferte er mit dem Buch "Beschleunigung" über die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne, wie es im Untertitel heißt, eines der Stichwörter der Zeit. Fast Food und Power-Nap sind Phänomene einer immer schneller werdenden Zeit. Die These von einem

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