Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

Global

Konono No. 1: Meets Batida

Die Gruppe aus der Demokratischen Republik Kongo spielt seit Ewigkeiten auf verzerrten Likembes ("Daumenpianos") und selbstgebautem Schlagwerk. Bekannt wurde ihr Sound, der mehr mit Techno oder Industrial als mit Weltmusik-Klischees zu tun hat, 2004 durch das späte Debüt "Congotronics", prominente Kollaborationen folgten. Auf dem dritten Album mischt nun der portugiesische Musiker Batida mit, ohne Kononos epischen Grooves Schaden zuzufügen. Sie fahren immer noch wie Sau. (Crammed Discs) SF

Jazz

Gregory Porter: Take Me to the Alley

Analog zu Wilhelm Genazinos Romantitel "Mittelmäßiges Heimweh" könnte man das Leitmotiv dieser Produktion mit "mittelmäßige Sehnsucht" bezeichnen. Der Sänger mit der samtigen Stimme und der komischen Kappe bedient den altbekannten Themenkomplex "Geh nicht fort / komm zurück" mit mittelmäßigem Einsatz sowie mäßig einfallsreichen Melodien und Texten. Bei "Fan the Flames" kriegt er den Arsch endlich hoch, aber da ist das Album fast schon zu Ende und die Angesungene über alle Berge. (Universal) KN

Klassik

Beatrice Rana: Prokofiev/Tchaikovsky

Zwei Meisterwerke der russischen Klavierliteratur hat Beatrice Rana für ihr neues Album eingespielt: Eingangs stürzt sie sich in die düster-wilde Klangwelt von Prokofjews virtuosem 2. Klavierkonzert, anschließend gibt es Romantik pur mit Tschaikowskis populärem b-Moll-Konzert -tiefe Emotionen, jedoch ohne falsches Sentiment. Eine bravouröse Leistung der erstaunlich reifen, blutjungen Pianistin, die mit Antonio Pappano und dem Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia hörbar Spaß am Spiel hatte. (Warner) MDA


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