Manchmal muss es eben menscheln

Radiohead und James Blake machen mit ihren aktuellen Alben die Fans froh, deuten aber auch Neues an

Feuilleton | DOPPELREZENSION: SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

Am Anfang ist alles wie immer und das Leid groß: "This is a low-flying panic attack". Das kürzlich überraschend in die Welt entlassene Radiohead-Album "A Moon Shaped Pool" hebt mit "Burn the Witch" vertraut an. Kein Wunder, die Band hatte den Song auch seit den Sessions zu "Kid A" (2000) in Arbeit. In seiner nun definitiven Form mit perkussiven Collegno-Streichern -Gitarrist und Chef-Arrangeur Jonny Greenwood hat sich zuletzt um Soundtrack-und Klassikprojekte gekümmert - markiert er am Beginn der neuen Platte das Ende einer Bandphase.

Ab dem zweiten Song ist vieles anders. Wirkten Radiohead, die heute noch in der Urbesetzung von 1985 musizieren, zuletzt bei aller Virtuosität gefangen in ihrem eigenen Kosmos zwischen Weltschmerz, dystopischen Bildern und verklausulierten Texten, so machen sie mit "A Moon Shaped Pool" die Tür einen Spalt breit auf und werden dadurch etwas sichtund greifbarer. Kurz gesagt: Das neue Material menschelt.

Radiohead wären die letzte Band, die ein schnödes


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