Am Apparat Telefonkolumne

Warum bekommt Wien einen Nelson-Mandela-Platz?

Politik | aus FALTER 20/16 vom 18.05.2016

Seit vergangener Woche gibt es wieder neue Namen in der Stadt. Etwa den Wangari-Maathai-Platz, der an eine kenianische Nobelpreisträgerin erinnert. Oder die Lella-Lombardi-Gasse in Aspern, benannt nach einer italienischen Rennfahrerin. Fragt man sich bloß: Wie kommen die exotischen Namen ins Wiener Straßenbild? Der zuständige Wiener Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) erklärt es.

Warum benennt Wien etwa eine Straße nach Nelson Mandela, Südafrikas erstem schwarzem Präsidenten?

Mandela hat für seinen Kampf gegen die Apartheid eine Bedeutung für die ganze Welt. Wien würdigt ihn mit einem Platz als Vorbild für Zivilcourage, in Zeiten wie diesen besonders wichtig.

Rennfahrerin Lella Lombardi kennt kaum jemand. Warum wurde ihr eine Gasse in Aspern gewidmet?

Das war ein Bezirkswunsch, passt aber in den Plan, in Aspern Verkehrsflächen nach Frauen zu benennen. Lella Lombardi war als Frau bahnbrechend in der Männerdomäne Motorsport.

Wer schlägt die Namen vor?

Jede Privatperson kann Vorschläge einreichen -entweder im Bezirk, in der Kulturabteilung oder bei mir als Stadtrat. Soll die Straße nach einer Person benannt werden, müssen allerdings Verdienste vorliegen, die objektiv nachvollziehbar sind.

Wer entscheidet über die Namen?

Für jeden Namen brauchen wir einen gültigen Bezirksbeschluss. Dieser wandert in den Unterausschuss für Verkehrsflächenbennungen, der darüber berät und eine Empfehlung ausspricht. Aufgrund dieser Empfehlung entscheidet schließlich der Kulturausschuss.

Welche Straßennamen sind Ihnen persönlich am liebsten?

Straßennamen haben praktischen und symbolischen Wert. Mir war und ist es wichtig, möglichst einfache, aber auch solche Straßennamen zu schaffen, die bislang die weniger bekannte Geschichte der Stadt, des Widerstands, der Emanzipation sichtbar machen.

ANRUF: B. NARODOSLAWSKY


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige