Volksfest, Peepshow, Tragödie

Die Wiener Festwochen zeigen Jan Fabres 24-Stunden-Stück "Mount Olympus" - eine Theaterorgie zwischen Traum und Toga-Porno


REPORTAGE: MARTIN PESL
Feuilleton | aus FALTER 21/16 vom 25.05.2016

Die meisten sehen aus wie normale Theatergänger. Dabei könnte man annehmen, dass eine 24-Stunden-Performance eher einer Pyjamaparty als einem herkömmlichen Dramenabend gleicht.

"Mount Olympus. To Glorify the Cult of Tragedy" bringt 24 Stunden lang quasi ohne Pause 28 zu allem fähige und bereite Performer auf die Bühne. Bei den Festwochen dauert das Opus maximum des legendären belgischen Künstlers Jan Fabre in der MQ-Halle E von Samstag 19.50 bis Sonntag 19.50 Uhr. Es reflektiert die Tragödien des antiken Griechenland, Sex und Gewalt, aber auch Schlaf und Schlaflosigkeit.

Manche Zuschauer schlummern auch vor Ort ein, werden aber immer wieder geweckt, denn ab der dritten Stunde herrscht ein reges Kommen und Gehen. Tatsächlich bleiben nur ein paar Hartgesottene die ganze Nacht im Saal, viele gehen heim und kommen frisch geduscht nach Frühstück und Wahlgang wieder. Andere legen sich nebenan in den Hofstallungen in einen Schlafsaal, in den die Aufführung ohne Ton übertragen wird.

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